Tenebrae – Musik des Dunkels und des Lichts

Konzert am Samstag, 12. März 2016 | 18 Uhr
Kirche Am Hohenzollernplatz, Berlin

Klagelieder und Motetten zur Passion von Tomás Luis de Victoria, Johannes Brahms, Arne Nordheim, John Rutter, Gregorio Allegri und anderen

Elisabeth Fischer, Sopran
Daniel Clark, Orgel

Hugo-Distler-Chor Berlin
Leitung: Stefan Schuck

Preise: 15 Euro (erm. 13), 12 Euro (erm. 10), 9 Euro (Stühle)

Telefonische Kartenbestellung über 030-53045099
10% Rabatt bei Kartenkauf bis 5. März 2016
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Zur Vorbereitung auf Ostern haben die christlichen Kirchen eine besonders symbolhaltige Form der Liturige geschaffen: die Liturgie der Karmette. In diesen Stundengebeten stand die Lesung der Klagelieder Jeremiae im Zentrum, aufgeteilt auf je 3 x 3 Lesungen an den drei „Heiligen Tagen“ von Gründonnerstag bis Karsamstag. Nach jeder Lesung wurde eine Kerze am „Tenebrae-Leuchter“ gelöscht, so dass der immer gleichbleibende letzte Text „Jerusalem, convertere ad Dominum Deum tuum“ – Jerusalem, bekehre Dich zu Gott, deinem Herrn“ und das daran anschließende „Miserere“ in völliger Dunkelheit erklang.

Komponisten aus allen Jahrhunderten vertonten diese besonders bewegenden, flehenden, aber auch zuversichtlichen Texte und schufen herausragende Werke, beginnend mit dem gregorianischen Choral bis hin zu der avantgardistischen Vertonung des Norwegers Nordheim im 20. Jahrhundert. Das meditative, eindrucksvolle „Miserere“ von Allegri wurde mit seinen Verzierungen, die sich bis zum „hohen C“ aufschwingen, eines der berühmtesten Chorwerke überhaupt. Allegris Noten wurden angeblich vom Chor der päpstlichen Kappelle als geheimer Schatz gehütet und der Legende nach erst vom jungen Mozart aus dem Gedächtnis aufgeschrieben und damit allgemein verfügbar gemacht.

Eine ungewöhnliche Vertonung für Orgel, Violine und Sopran von Enjott Schneider, der durch seine Musik zum Film „Schlafes Bruder“ weltbekannt wurde, verleiht unserem Konzert eine zusätzliche, besondere Farbe.