Ausblick 2018

26. Mai 2018 | 18.00 Uhr | Kirche Am Hohenzollernplatz

 „Berlin a cappella: Kaiser – Gott und Rio Reiser“

Berlin galt lange Zeit nicht gerade als kulturelles Zentrum. Für die Chormusik änderte sich das im 19. Jahrhundert mit der kaiserlichen Reform des Domchores. Sie hat der evangelischen Kirchenmusik ganz neue Impulse verliehen und Komponisten wie Felix Mendelssohn Bartholdy beflügelt. Seither ist Berlin Musikstadt geblieben, auch wenn die Chormusik nicht gerade der Motor der Berliner Musikkultur ist. In unserem a-cappella-Programm stellen wir das Berlin der Chormusik vor: das streng Protestantische und das Wilhelminische. Wir bleiben aber nicht im unterhaltsamen Berlin des 20. Jahrhunderts stehen, sondern suchen auch nach überraschenden Entdeckungen unserer Tage.


13. Oktober 2018 | 18:00 Uhr | Kirche Am Hohenzollernplatz

„Luminosity“

James Whitbourn: Luminosity; Ola Gjeilo: Sunrise Mass

Erstmals in Berlin erklingen diese beiden eher unbekannten und selten aufgeführten Werke die in jüngster Zeit entstanden sind (2007 und 2010) – Sakrale Musik einmal anders. Beide beschreiten neue, innovative Wege in der zeitgenössischen sakralen Chormusik.

Das meditative Stück „Luminosity“ des englischen Komponisten James Whitbourn ist allein schon wegen seiner Instrumentalbesetzung ungewöhnlich: neben der traditionellen Orgel, hier vor allem für endlose Haltetöne eingesetzt, wirkt eine Solo-Bratsche, ein Tamtam und eine Tampura, die Langhalslaute aus der indischen Musik, mit. Vom Chor wird höchste a-cappella-Kunst erwartet, da er häufig unbegleitet den harmonischen Hintergrund für die Instrumente liefern muss. Die siebensätzige Komposition über die Kraft der schöpferischen Liebe glüht durch den eindrücklichen, hypnotischen Chorklang und überrascht bisweilen mit asiatischen Klängen. Textlich verbindet sie liturgische Texte des anglikanischen Abendgebetes mit Worten von Desmond Tutu und schlägt so einen weltumspannenden Bogen.
Der „Sunrise Mass“ des kompositorischen Shooting-Stars Ola Gjeilo liegt hingegen der vollständige lateinische Mess-Text zugrunde. die – deutlich erlebbare – musikalische Intention des Komponisten ist jedoch eine Reise von der maximalen Transparenz hin zum maximal irdisch-schweren, also vom Universum hin zum Erdboden als vom Entfernt-entrücktem über das Emotional-Dramatische hin zum Warmen und Festen als Metapher der menschlichen Entwicklung von Kindheit zum Alter und als spirituelle Reise.


 

15. Dezember 2018 | 18.00 Uhr | Kirche Am Hohenzollernplatz

„2x Weihnachtsoratorium“

Camille Saint-Saëns: Oratorio de Noël; Sigurður Sævarsson: Weihnachtsoratorium

In unserem Weihnachtskonzert erklingt das Weihnachts-Oratorium gleich zweimal! Wir gehen dabei auf eine interessante Reise von Frankreich bis in den hohen Norden Islands.

Das bekannte „Oratorio de Noël“ von Camille Saint-Saëns ist wegen seiner heiter-besinnlichen Grundstimmung und wegen der ungewöhnlichen Instrumental-Besetzung so beliebt und gehört zu den am häufigsten aufgeführten Werken des Komponisten.
Eine spannende Entdeckung ist das erstmals in Berlin erklingende Weihnachtsoratorium von Sigurður Sævarsson. Der Isländer hat seine Textzusammenstellung lateinischer Texte aus dem alten und neuen Testament 2012 für Kammerorchester, 2 Solisten und Chor vertont.  Sævarsson studierte Gesang und Komposition in Island und in Boston, USA. Seine Kompositionen werden gerade international entdeckt und für ihre ausdrucksvolle Klarheit und Sanglichkeit überall geschätzt.

Es ist besonders interessant, zu erleben, wie zwei Komponisten mit 150 Jahren Abstand, aus völlig unterschiedlicher Tradition kommend, auf der Basis der durchaus vergleichbaren Textzusammenstellung und Instrumentation ihre eigenen Schwerpunkte zum Thema Weihnachten in Klänge giessen.

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