Luminosity

Sakrale Musik einmal anders – Berliner Erstaufführung

James Whitbourn Luminosity  Ola Gjeilo Sunrise Mass

Konzert am Samstag, 13. Oktober 2018 | 18.00 Uhr
Kirche am Hohenzollernplatz, Berlin

Erstmals in Berlin erklingen diese beiden eher unbekannten und selten aufgeführten Werke die in jüngster Zeit entstanden sind (2007 und 2010). Beide beschreiten neue, innovative Wege in der zeitgenössischen sakralen Chormusik.

Das meditative Stück „Luminosity“ des englischen Komponisten James Whitbourn ist allein schon wegen seiner Instrumentalbesetzung ungewöhnlich: neben der traditionellen Orgel, hier vor allem für endlose Haltetöne eingesetzt, wirken eine Solo-Bratsche, ein Tamtam und eine Tampura, die Langhalslaute aus der indischen Musik, mit. Vom Chor wird höchste a-cappella-Kunst erwartet, da er häufig unbegleitet den harmonischen Hintergrund für die Instrumente liefern muss. Die siebensätzige Komposition über die Kraft der schöpferischen Liebe glüht durch den eindrücklichen, hypnotischen Chorklang und überrascht bisweilen mit asiatischen Klängen. Textlich verbindet sie liturgische Texte des anglikanischen Abendgebetes mit Worten von Desmond Tutu und schlägt so einen weltumspannenden Bogen.

Der „Sunrise Mass“ des kompositorischen Shooting-Stars Ola Gjeilo liegt hingegen der vollständige lateinische Mess-Text zugrunde. Die – deutlich erlebbare – musikalische Intention des Komponisten ist jedoch eine Reise von der maximalen Transparenz hin zum maximal irdisch-schweren, also vom Universum hin zum Erdboden als vom Entfernt-entrücktem über das Emotional-Dramatische hin zum Warmen und Festen als Metapher der menschlichen Entwicklung von Kindheit zum Alter und als spirituelle Reise.