Kirche Am Hohenzollernplatz

Kirche Am Hohenzollernplatz, Außenansicht

Ansicht mit Blick nach Osten

In dieser Kirche haben wir unsere Probenräume, gleichwohl wir kein konfessionell gebundener Chor sind. Als Dank dafür, dass wir die Räume nutzen können, singen wir ab und zu in einem sonntäglichen Gottesdienst einige Werke unseres Repertoires, was von der Gemeinde gern gehört wird. Auch Konzerte führen wir in diesem Ambiente gelegentlich auf. Gern treten wir natürlich auch im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin auf.

Das Bauwerk:

1930-1933 wurde die Kirche Am Hohenzollernplatz noch den Entwürfen des Architekten Fritz (Johann Friedrich) Höger erbaut. Sie gilt als bedeutendes Werk des norddeutschen Backsteinexpressionismus und gelungenes Zeugnis der Moderne in Berlin.

Der rote Klinkerbau mit dem grünen Kupferdach und dem schlanken 66 Meter hohen Turm prägt das Bild des Hohenzollernplatzes und seiner Umgebung. Ihres ungewöhnlichen Äußeren wegen nennt der Berliner Volksmund die Kirche bis heute liebevoll-ironisch das „Kraftwerk Gottes“.

Der vor allem durch das Chilehaus in Hamburg berühmt gewordene Fritz Höger (1877-1949) schuf hier eine klassische ‚Wegkirche‘. Die einladende Treppe, der Eintritt durch die ‚enge Pforte‘ sowie die Ausbildung des Mitteiganges, in den flächenbündig Kreuzintarsien eingelassen sind, unterstreichen diesen Charakter. Schließlich führt der Weg hin zum Kreuz über dem Altar, in dem 12 kleine Kreuze in der Längsachse das Erinnern an die zwölf Apostel und vier Kreuze in der Querachse das Erinnern an die vier Evangelisten wachhalten.

Am 22. November 1943 wurde die Kirche durch Bombentreffer schwer beschädigt. Das Kircheninnere brannte völlig aus. Die Treppenhaustürme am Portal und das Dach stürzten ein, Orgel, Fenster, Gestühl und die Sgrafittomalereien wurden vernichtet. Wie durch ein Wunder machte das Feuer vor der Bibel am Altar halt.

Erst in den fünfziger und den sechziger Jahren konnte die Kirche wieder aufgebaut werden. Die im Krieg für militärische Zwecke konfiszierten Bronzeglocken wurden erst 1958/59 durch vier Glocken aus Gußeisen ersetzt.

Kirche Am Hohenzollernplatz, Altarfenster

Altarfenster

1962 schuf der Berliner Glasmaler Sigmund Hohn das Altarfenster „Vor DICH treten und DIR danken, bevor die Sonne aufgeht“.

1966 stellte das Land Berlin die Kirche unter Denkmalschutz.

1990/91 wurde die Kirche unter Leitung des Architekten Gerhard Schlotter grundlegend saniert. Die künstlerische Gestaltung der Seitenfenster und die farbliche Innenraumgestaltung lag in den Händen des Berliner Malers und Bühnenbildners Achim Freyer.

Anläßlich der Wiederindienstnahme der Kirche am 21.9.1991 stiftete der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker die neue Altarbibel.

Die in den sechziger und siebziger Jahren von der Firma Kemper, Lübeck, erbaute Orgel wurde 1991 von der Orgelbaufirma Sauer, Frankfurt/Oder, vollkommen neu intoniert, gleichschwebend gestimmt und in ihrer Disposition entscheidend verbessert. Seitdem ist die Orgel der Kirche Am Hohenzollernplatz mit ihren 61 Registern und ca. 4500 Pfeifen zu einem gern gespielten Instrument geworden, wie die zahlreichen Konzerte mit Organisten aus aller Welt zeigen.

Kirche Am Hohenzollernplatz, Seitenfenster

Lichtspiel der Seitenfenster

Zum 60. Kirchweihjubiläum im März 1993 wurde als Chororgel ein Positiv aus dem Hause Walcker aufgestellt, auch dieses Instrument wurde von der Firma Sauer umgebaut und neu intoniert.

Quelle: Evangelische Kirche in Berlin und Brandenburg

Weitere Informationen und zahlreiche Bilder: Bauverein KAH