2 x Weihnachts-Oratorium

2 x Weihnachts-Oratorium – oder: Es geht auch anders.

Sigurður Sævarsson Christmas Oratorio (2013)
Dt. Erstaufführung in Anwesenheit des Komponisten

Camille Saint-Saëns Oratorio de Noël (1858)

Konzert am Samstag, 15. Dezember 2018 | 18.00 Uhr
Kirche Am Hohenzollernplatz, Berlin

Mi-Young Kim, Sopran
Judith Rauthenberg, Mezzosopran
Gerald Beatty, Tenor
Nicolaus Boulanger, Bariton

Hugo-Distler-Chor Berlin
Streichorchester der UDK

Leitung: Stefan Schuck

Karten (14–24 €) telefonisch (030 / 530 45 099) und im Gemeindebüro
10 % Rabatt bei Kartenkauf bis zum 8.12.2018

 

Der Hugo-Distler-Chor Berlin zeigt in seinem Weihnachtsprogramm überraschende Gemeinsamkeiten in Werken zum gleichen Thema aus zwei unterschiedlichen Ecken und Zeiten Europas, Island (2013) und Frankreich (1858).

Die besondere Entdeckung ist dabei das lateinische Weihnachtsoratorium von Sigurður Sævarsson (*1962), das in Anwesenheit des Komponisten nun in Deutschland erstaufgeführt wird – Herzlich Willkommen.

Sigurður Sævarsson ist einer der wichtigsten isländischen Komponisten, in Deutschland allerdings noch nahezu unbekannt.

Er sagt über seine Chorkompositionen:
„… Die meisten meiner Chorwerke sind mit dem Gedanken an die Akustik einer großen Kirche geschrieben, wo jede Note um die nächste schweben kann, ein zartes feines Netz um die Seele spinnend. Natürlich ist meine Musik gefärbt von der wunderschönen und eindrucksvollen Musik, die ich in meinem Leben hören und manchmal auch glücklicherweise aufführen durfte, von Palestrina bis hin zu MacMillan.“

Die Akustik der Kirche Am Hohenzollernplatz mit ihrem großen Raumvolumen ist daher ideal für die meditative Musik des Isländers. Sein Weihnachtsoratorium von 2013 für Chor, 2 Solisten und Kammerorchester ist kontemplativ und von nordischer Kühle durchzogen. In der räumlichen Wirkung erscheint es wie eine Impression über die isländische Natur.

Sigurður Sævarsson studierte zunächst Gesang und Komposition in Island, später in Boston (USA). Sein kompositorischer Schwerpunkt liegt in Opern- und Chormusik. Er ist Mitglied der Schola Cantorum, eines von Islands führenden Vokalensembles, und Direktor der Abteilung für Neue Musik an der Musikhochschule Reykjavík.

Ebenfalls meditativ, kammermusikalisch und mit fast gleichen lateinischen Texten wird das „Oratorio de Noël“ erklingen, das Camille Saint-Saëns (*9.10.1835, Paris/Frankreich – †16.12.1921, Algier/Algerien) im Alter von 23 Jahren 1858 komponierte. Er verzichtete bei der Besetzung mit Streichern und Harfe auf einen jubelnden barocken Prunk. Die lateinische Sprache ist gleichsam Ausdruck des französisch-romantischen Katholizismus.

Saint-Saëns wurde schon als eine Art neuer Mozart angesehen, hatte er doch schon mit 6 Jahren erste Kompositionen geschrieben, mit 16 Jahren seine erste Symphonie zu Papier gebracht.

Zur Aufführung kam seine erste Symphonie allerdings erst 1858, also im Alter von 23 Jahren. Noch im selben Jahr komponierte er sein „Oratorio de Noël“ in nur 12 Tag und nur weitere 10 Tage später wurde das Oratorium das erste Mal am 1. Weihnachtstag 1858 aufgeführt.

Es wird spannend sein, die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede der beiden von der Konzeption so ähnlichen Werke hörend zu entdecken.

 

O Magnum Mysterium
Hörprobe aus Christmas Oratorio von Sigurður Sævarsson
Uraufführung 2013 von der Schola Cantorum Reykjavicensis und dem Caput Ensemble (Reykjavik/Island)
unter der Leitung von Hörður Áskelsson. Konzertante Fassung.

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